• valentinesmith@lemmy.blahaj.zone
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    5 days ago

    Ich denke viele Leute werden dir da unterschiedliches Feedback geben, wann sie es als rassistisch empfinden. Es ist aber ein sehr typischer Moment von Alltagsrassismus. Vor allem weil ich als Empfänger der Frage ja auch niemals wissen kann, ob du es „nicht abwertend“ meinst.

    Alleine die Erfahrung immer in eine andere Schublade gesteckt zu werden, ist meist schon die Rassismus Erfahrung.

    Ich finde die Frage in vielen Kontexten legitim, wenn klar ist das mein Gegenüber wirklich an mir als Person interessiert ist und nicht versucht mich schnell zuzuordnen.

    Leider fühlen sich halt auch viele PoCs (mich eingeschlossen) nicht wohl in dem Therapie Setting wenn unser Gegenüber weiß ist. Ich muss halt hoffen, dass meine Erfahrungen Ernst genommen werden und ich nicht in der Behandlung selber wieder mit ner Rassismuserfahrung konfrontiert werde. Ich denke diese Spannung sorgt auch dafür, dass je nachdem wie früh oder wie die Frage gestellt wird, es auch negativ wahrgenommen wird.

    In deinem Beispiel ist es zum Beispiel real ein Dialekt, der die Frage triggert und nicht die assumption: ah andere Hautfarbe du kommst von bla. Manchmal sind es solche Kleinigkeiten an denen ich es zum Beispiel festmache ob ich die Frage komisch/weird/unangenehm finde oder ob jemand einfach interessiert ist. Aber auch PoC experience is natürlich kein monolith.

    • Kekzkrieger@feddit.org
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      5 days ago

      Danke für dein Feedback, ich denke halt dass in der Therapie generell Interesse an der Person da ist um diese zu verstehen bzw zu therapieren, darum in desem Context eher als wertungfrei und als Teil der Therapie zu betrachten.

      Es ist ja, immer noch nicht ganz abwägig dass jemand die Kindheit in einem anderen Land verbracht hatte und damit evtl. Therapierelevant und bei anderer ethnischer Herkunft drängt sich das warscheinlich auf.

      Heißt nicht dass es nicht schlechte bzw rassischtische Therapeuten gibt, meine Frau aber auch Bekannte hatte da sehr viel schon erleben müssen leider.

      • flora_explora@beehaw.org
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        5 days ago

        Ich glaube das kommt sehr auf die Therapeut:innen an. Ich bin weiß, aber kann das aus ner trans-Perspektive nachvollziehen. Es gibt so viele Ärzt:innen, Psychiater:innen, Therapeut:innen, etc, die ihren Job in dem Moment echt scheiße ausführen und statt professionell zu bleiben, ihrer eigenen Neugier und damit Machtposition freien Lauf lassen. Ich wurde so oft schon aus dem nichts heraus völlig unangebrachte Fragen zu meinen Genitalien und so gefragt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das mit rassistischen Fragen genauso läuft. Generell fühlen sich Menschen der Dominanzgesellschaft regelmäßig dazu berufen, alles über eine Person zu erfahren, die sie als anders/fremd wahrnehmen. Es gab immer wieder Menschen, die dann richtig empört waren, dass ich jetzt gerade nichts zu meinen OPs oder so erzählen will. Im ärztlichen/therapeutischen Setting sollte das nicht vorkommen, tut es aber leider viel zu oft. Und das ist dann noch schlimmer für dich als betroffene Person, weil das sind ja eigentlich die Leute, die dir professionell helfen sollten, an die du dich im Vertrauen wendest. Gerade Therapie ist ja eigentlich ein Ort, wo du als erwachsenen Person noch mal bedingungslose Liebe bekommen kannst und dein:e Therapeut:in immer auf deiner Seite stehen sollte. Aber das wird natürlich ausgehebelt, wenn du von dieser marginalisiert und geothert wirst…